Bauweisen.

Projekt Zukunft.

Nachhaltiges Bauen und Wohnen.

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein Thema, mit dem sich jeder beschäftigen sollte. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ geht ursprünglich auf ein Prinzip der Forstwirtschaft zurück: es sollen nur so viele Bäume geschlagen werden, wie jährlich im gleichen Gebiet nachwachsen, um künftigen Generationen die gleiche Nutzbarkeit zu gewährleisten.

Eine zentrale Rolle beim Thema Nachhaltigkeit spielt das Bauen und Wohnen. Daher haben wir uns mit diesem Sachverhalt intensiv beschäftigt. Nachhaltiges Bauen geht über die Einhaltung der Energieeinsparverodnung (EnEV) hinaus. Es betrachtet ein Gebäude ganzheitlich in allen Lebenszyklusphasen – von der Rohstoffgewinnung und Produktherstellung über die Planungs-, Bau- und Nutzungsphase, Modernisierung/Sanierung bis zum Rückbau und Recycling.

„Ziel ist die Optimierung des Gebäudes über dessen gesamten Lebenszyklus zur Minimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, zur Verringerung der Umweltbelastungen und zur Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit. Gleichzeitig ist der Forderung nach einer Verbesserung der sozialen und kulturellen Aspekte gerecht zu werden.“ *¹

Nachhaltiges Bauen und Wohnen schützt nicht nur natürliche Ressourcen und das Ökosystem, sondern minimiert auch die Instandhaltungskosten während eines Lebenszyklus, sorgt für die Wertstabilität der Immobilie und bewahrt die Gesundheit, Sicherheit und Behaglichkeit der Bewohner. An die Gebäudekonstruktion besteht heute neben der technischen Qualität auch der Anspruch, wartungsarme, alterungsbeständige und einfach austauschbare Bauelemente zu beinhalten, um den Lebenszyklus eines Gebäudes durch Umbau und Sanierung zu verlängern und das Gebäude gleichzeitig an die sich ändernden Anforderungen der Bewohner anzupassen.

In diesem Sinne liegt uns der Holzrahmenbau besonders am Herzen, weil er unserer Ansicht nach die Aspekte zum nachhaltigen Bauen und Wohnen am besten erfüllt:

Ökologische Aspekte:

  • Nachwachsender Rohstoff Holz → Senkung des Ressourcenbedarfs
  • Trägt zur Verminderung der Treibhausemission bei (C-Plus-Effekt) *²
  • Regional verfügbar → Reduzierung von Transportaufwendungen von Baustoffen
  • Gefahrlose Rückführung des Baustoffes Holz in den natürlichen Stoffkreislauf

Ökonomische Aspekte:

  • Geringere Wanddicke als z.B. T7-Ziegel-Außenwand bei gleichem U-Wert → geringeres Gebäude-Außenmaß bei gleicher Wohnfläche → geringere Flächeninanspruchnahme
  • Nahezu wärmebrückenfreier Wandaufbau → Minimierung des Energiebedarfs in der Nutzungsphase
  • Kürzere Bauzeit durch Vorfertigung der Wände → schneller Witterungsschutz des Rohbaus
  • Trockene Bauweise → Senkung der Trocknungs- bzw. Heizkosten während der Bauphase

Soziokulturelle und funktionale Aspekte:

  • Die gute spezifische Wärmespeicherfähigkeit von Holz fördert sowohl im Winter als auch im Sommer ein ausgeglichenes Wohnklima
  • Warme Oberflächentemperaturen durch niedrige Wärmeleitfähigkeit des Holzes steigern die Behaglichkeit
  • Durch Installationsebene flexibler bei späteren Modernisierungen (Bereich Technik und Medien)
  • Individuelle Planung erlaubt optimale Abstimmung zwischen Funktionalität und Nutzungsansprüchen

Technische Aspekte:

Auch die Anforderungen an Standsicherheit, Schallschutz, Brandschutz, Wärme- und Feuchteschutz erfüllt das Holzhaus optimal – bereits in der Planungsphase wird der Konstruktionsaufbau der Wände und Decken auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Holzrahmenbauweise

Die tragende Konstruktion eines Holzrahmenbaus besteht aus Holzständern, die durch eine Beplankung aus Holzwerkstoffplatten ausgesteift werden. Holz besitzt geringes Eigengewicht, hohe Festigkeit und Tragfähigkeit und eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, also ein echtes Multitalent. Die Gefache zwischen den Holzträgern werden vollständig mit Dämmmaterial gefüllt. Von hoher Bedeutung ist bei einer hoch-wärmedämmenden Gebäudehülle auch die Qualität des Dämmmaterials. Der moderne Dämmstoff hält nicht nur im Winter die Heizwärme im Haus, sondern im Sommer die Hitze auch draußen. Daher achten wir bei der Wahl des Dämmstoffes nicht nur auf eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, sondern auch auf eine niedrige Temperaturleitfähigkeit, eine hohe Rohdichte und eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, damit auch im Sommer behagliche Innenraumtemperaturen herrschen.

Die Beplankung außen dient als Witterungsschutz und erlaubt eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten – z.B. Putzfassade, Holzfassade mit verschiedensten Profilen oder Plattenfassaden in allen Farbtönen und unterschiedlichsten Materialien. Innen erhält die Konstruktion eine wärmegedämmte Installationsebene, in der Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärleitungen verlegt werden können. Auf der Raumseite schließt die Konstruktion mit gestrichenen Gipskartonplatten ab.

Der mehrschichtige Aufbau der Holzrahmenbauweise erlaubt eine nahezu wärmebrückenfreie Konstruktion. Wer schon einmal eine Holzrahmenbau-Außenwand im direkten Vergleich zu einer Ziegelbau-Außenwand berührt hat, konnte sich von der höheren Oberflächentemperatur überzeugen, die in etwa der Raumtemperatur entspricht. Ein angenehmes behagliches Raumklima entsteht. Die Kombination der verschiedenen aufeinander abgestimmten Materialien erfüllt die bautechnischen und bauphysikalischen Anforderungen der Standsicherheit, des Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutzes optimal. Die Holzrahmenbauweise ist zudem eine diffusionsoffene, oft als „atmungsaktive“ bezeichnete Konstruktion. Das bedeutet, dass die Gebäudehülle zwar luftdicht, jedoch nicht dampfdicht ist. Die aussteifende Holzwerkstoffplatte auf der Innenseite übernimmt die Funktion einer dampfbremsenden und luftdichten Ebene anstatt einer dampfsperrenden Kunststoffbahn. In diffusionsoffenen Bauteilen fällt in der Regel kein Tauwasser an, die Wand kann bei ungewollt auftretenden Feuchteeinwirkungen sowohl nach außen als auch nach innen hin austrocknen, vorbeugende chemische Holzschutzmaßnahmen sind damit nicht erforderlich.

Die Vorfertigung in der trockenen Halle sichert die Qualität der Elemente. Die Erstellung des Rohbaus ab Oberkante Keller bzw. Bodenplatte erfolgt innerhalb weniger Tage, das bedeutet nicht nur einen schnellen Witterungsschutz des Gebäudes, sondern auch eine kürzere und damit kostenreduzierte Bauzeit durch beispielsweise kürzere Gerüststandzeiten. Und natürlich kann das neue Eigenheim schneller bezogen werden – was die Doppelbelastung von Miete und Neubau-Finanzierung verkürzt.

Da der „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ jedoch der ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen, funktionalen und technischen Qualität eine gleiche Gewichtung zukommen lässt, wollten wir uns nicht einschränken, indem wir ausschließlich Holzhäuser bauen. So individuell jeder einzelne Mensch ist, so individuell soll er sich auch im Bauen und Wohnen verwirklichen können. Die Natur ist schließlich auch nicht schwarz oder weiß. Daher bieten wir genauso den schlüsselfertigen Bau in Ziegelbauweise oder einer Holzmischbauweise an. Dabei werden wir von zuverlässigen, qualifizierten, sorgsam ausgewählten Partnern aus unserer Region unterstützt, die Ihre Wünsche handwerklich umsetzen. Der Bau eines Hauses ist ein großer Schritt – wir beraten und unterstützen Sie gerne, wie Sie Ihren Traum vom eigenen Haus Wirklichkeit werden lassen können!

„Wohnen ist ein wesentlicher Teil des Lebens. Es gehört wie Ernährung oder Kleidung zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Wohnen ist mehr als „ein Dach über dem Kopf“ zu haben: Wohnen heißt auch, räumlich geborgen zu sein.“ *³

Quellenangabe:
1) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB): Leitfaden Nachhaltiges Bauen, 2014, S. 21

2) Dr. Bernhard Zimmer und Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h. c. Gerd Wegener: Ökobilanzierung: Methode zur Quantifizierung der Kohlenstoff-Speicherpotentiale von Holzprodukten über deren Lebensweg von, 2001

3) Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt – Ziele und Rahmenbedingungen einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung“: Konzept Nachhaltigkeit-Vom Leitbild zur Umsetzung, 1998, S.155